Gestern war ich zum vierten Mal im Casino, oder besser gesagt: in der Spielbank Hannover. Ich wollte schon längst über die letzten drei Male berichtet haben, schaffe es aber leider erst jetzt.
Um das Ganze übersichtlicher zu gestalten werde ich von meinen Live-Poker-Erlebnissen chronologisch erzählen und nicht gleich über gestern Abend schreiben:
Am 22. Februar 2009, also genau ein Tag nach meinem Geburtstag war ich mit meinem Bruder zum ersten Mal im Casino um ein „50€ Rookie-Turnier“ (Rookie = Anfänger) zu spielen. Es waren 40 Spieler angemeldet und durch die „Late-Registration“ sind noch zwei weitere Spieler nachgerückt, wodurch sich das Gesamtpreisgeld auf 2.100€ berief, wovon dann der erste eine Schöne Summe von 735€ erhalten sollte. Um das Ganze ein wenig zu verkürzen, da ja noch drei weitere Besuche folgen sollte, fange ich mit der Geschichte des Abends erst beim Final-Table an.
Nachdem mein Bruder leider schon, dennoch mit einem gutem Ergebnis, auf dem 13. Platz ausschied, saß ich nun als Shortstack unter den letzten zehn Spielern am Tisch. Die Aufregung war groß und die ersten Silberstreifen am Horizont auf das Preisgeld, welches ab dem fünften Platz ausgezahlt wird, waren schon zu erkennen.
Nachdem ich mit KQ eine Frau mit AJ aus dem Turnier nahm und ich so langsam durch mehrere Steals mein Chipturm und damit mein Polster vor mir auftürmte, bekam ich am Button Q Karo 9 Karo und spielte jetzt gegen einen um die 25-Jährigen vollbärtigen Mann, welcher schon am Anfang des Turniers viele Chips bei mir lassen musste. Er sagte zwei Hände vorher schon so etwas wie: „Also wenn du solche Steals bei mir versuchst, gibt es Ärger“. Gesagt getan: Er callte meinen Steal und der Flop brachte 9 Herz 5 Kreuz und 3 Pik, womit ich ziemlich sicher die beste Hand hielt. Als mein Gegner einen Einsatz brachte, war mir schon klar, dass er mich hier nur drücken will, diesmal war das wohl nicht der richtige Zeitpunkt. Nachdem ich all meine Chips in die Mitte schmiss und er nach zwei Wochen mitging schaute ich voller Hochmut auf seine mickrigen A Herz J Herz. Nachdem er sich mit einem Stöhnen erhob wollten die Karten nicht so wie ich: Turn und River brachten jeweils ein Herz und bescherten ihm ein glücklichen Flush.
Nachdem ich nun von 18.000 Chips auf 8.000 gefallen bin und die Blinds bereits 2.000/4.000 waren, ergriff ich meine Chance mit K Herz T Karo und setzte alles. Leider hielt in diesem Moment einer der Spieler QQ. Als ich mich, wie es die gute Sitte will, erhob und mein Kram nahm, schien es doch noch Hoffnung zu geben: Das Board brachte eine Zehn einen Buben und eine nichts sagende Drei. Dennoch hielt ich nun einen Gut-Shot-Straighdraw und hatte mit jeder Dame die Chance auf eine Straße, leider hielt mein Gegner zwei von vier verbleibenden. Dennoch auch hier zeigt sich was Poker alles in sich verbirgt: meine 4% Gewinnchance bewahrheiten sich und eine Dame erscheint am Turn. Mein Burder schien hocherfreut und ich dagegen sehr nüchtern als hätte ich gewusst was jetzt kommt -: Der River brachte einen weiteren Buben und bescherte meinem Gegner ein Full-House. Abgang Gut-Shot-Straightdraw… Dennoch konnte ich mich über einen schönen 5. Platz freuen und damit einem Preisgeld von 210€.
Am 19. April 2009 ging es also ein weiteres mal in die Spielehölle. Leider erinnre ich mich nicht mehr an sehr viel, im Gegensatz zum ersten mal wo ich mich an fast jede Hand erinnre. Ich schied mit einem guten Ergebnis aus, auf dem 13. Platz, also dem meines Bruders zuvor. Von nun an entschied ich mir jeden Monat diesen Spaß einmal zu gönnen und spielte gleich am 24. Mai 2009 wieder mit.
Mein Lauf hielt auch hier an. Erneut schaffte ich es auf dem 5. Platz zu landen und konnte diesmal sogar mehr als vorher mitnehmen. Diesmal gab es einen Nachrücker mehr und ich bekam als fünfter von insgesamt 43 Spielern 215€ und war schon jetzt 250€ im Plus. Es gab nur eine wirklich interessante Hand an dem Abend: Als ich QQ hielt und von vier anderen Spielern gecallt wurde, brachte der Flop nur niedrige Karten, woraufhin ich gleich den ganzen Pot setzte und prompt von jemanden Links von mir gecallt wurde. Der Turn brachte kein 2. Pik, aber ich wollte weiterhin vor dem 3. protecten, also entschloss ich mich, mich mit einer großen Bet zu committen, nachdem er wieder nur callte schmiss ich meine letzten paar Chips, ohne den River zu sehen in die Mitte und überließ ihm die Entscheidung. Er schaffte es doch tatsächlich mit nur noch zwei verbleibenden Big-Blinds zu passen und stolz A Pik Q Pik zu zeigen (also nichts, nachdem der River kein Pik brachte) und ich fand es schade, dass er nicht noch mehr Chips besaß, die er mir im Weiteren mit solchen hirnrissigen Manövern schenken könnte.
Als ich Gestern erneut an dem Turnier teilnahm ging ich eigentlich nur noch zum Spaß hin, vor drei Monaten war das Geld was ich gesetzt habe noch ein größerer Betrag im Verhältnis zu meiner Bankroll, da ich nun aber schon zwei Limits höher spiele, war es für mich nur noch Entspannung mal nur einen Tisch zu spielen und mich mit ein paar Leuten am Tisch zu unterhalten und einfach spaß zu haben. Dies war anscheinend genau die richtige Einstellung: Ich spielte wohl mein bestes Poker und fand mich am Ende erneut unter den letzten neun Spielern. Dies obwohl ich die erste Stunde nur sage und schreibe drei Hände gespielt habe, da ich absolut card-dead war. Nun aber war ich 2. Chipleader und stolz auf meine Leistung. Leise dachte ich mir noch: patience pays!
Leider musste ich an diesem Abend mein härtesten Suckout erleben. Ich schaffte es mich durch einen Steal mit dem Chipleader (ein sehr schlechter Spieler) anzulegen. Ich hielt am Cut-Off 86o und raiste auf drei Big-Blinds, woraufhin der besagte mitging. Der Flop brachte K 6 3 von drei Farben und ich setzte 2.000 von 4000 Chips. Als der Turn eine unbedeutende 5 von Herz brachte, setzte ich meine letzten 2.000 Chips, die er erneut gleich mitging. Der Croupier vorderte zum Show-Down auf und ich drehte mein Paar Sechsen um, welches er dann auch vorzuweisen hatte. Glücklicherweise hatte ich eine 8 und er nur eine 2 in der Hinterhand. Von nun an hatte ich ganze 94% Gewinnchance.
Ich schaute schon garnicht mehr richtig hin, als einer der Spieler „BUUH, das ist bitter“ rief und ich die 2 am River voller Schmerz betrachten durfte. That’s Poker. Ab nach Hause zur Freundin
.
94% sind halt nicht immer genug. Aber ich kann wohl sehr stolz auf einen weiteren Final-Table und dem 7. Platz sein.
Ich denke Alles in Allem kann man mit zwei 5. Plätzen, einem 13. und einem 7. von mehr als 40 Teilnehmern sehr sehr zufrieden sein.
Soweit von mir. Vielen Dank fürs Lesen!
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